Wie junge Designer das Bauhaus heute interpretieren

11-F51N Sessel für das Direktorenzimmer im Bauhaus Weimar Neuinterpretation von Katrin Greiling für Tecta

Tecta huldigt dem Bauhaus mit einem neuen alten Entwurf, gibt Klassikern mit frischen Ideen ein zweites Leben und entwickelt einen Gropius-Sessel weiter.

Als Hersteller von über 30 werkgetreuen Bauhaus-Originalen ist Tecta die Ma¬nufaktur mit den meisten Bauhaus-lizenzierten Produkten weltweit. Besonders geprägt wurde das Unternehmen durch die engen Kontakte zu großen Gestaltern wie Marcel Breuer, der Familie Gropius, Ludwig Mies van der Rohe oder Peter Keler, dessen Wiege von Tecta wiederentdeckt und neu aufgelegt wurde. Sie bildet bis heute sozusagen die „Wiege des Bauhauses“ ab.

Zum Anlass des Bauhaus-Jubiläums hat Tecta die Initiative „BauhausNowhaus“ ins Leben gerufen. Sie zeigt, dass Konzepte, Ideen und Möbel der Bauhaus-Ära nichts von ihrer Faszination und Alltagstauglichkeit eingebüßt haben. Die jungen Gestalter der BauhausNowhaus-Kampagne interpretieren die Klassiker neu – Ikonen wie Walter Gropius’ Sessel F51, Erich Brendels Teetisch K10 oder Marcel Breuers Clubsessel D4. Neue Akzente, Proportionen und zeitgemäße wie poetische Impulse verbinden die Entwürfe der jungen Gestalter. Mit Respekt und Experimentierlust wagen sie sich an die großen Vorbilder und zeigen: Das Bauhaus lebt, es ist wandelbar und nach 100 Jahren noch so aktuell wie einst.

Ein bisher nicht geborgener Schatz ist die kleine Tafellampje von Gerrit Thomas Rietveld, der durch seinen rot-blauen Stuhl berühmt wurde. Die Tafellampje ist eine Tischleuchte, die er 1925 in streng geometrischen Formen entwarf. Überraschend modern in ihrer Zeit, wurde sie bisher nie in Serie produziert. Nach Gesprächen mit den Rietveld-Erben nahm sich Tecta der Leuchte an. Die exakten Maße der Originalzeichnung wurden Ausgangspunkt der kleinen, feinen Produktion. Ab 2019 liegt sie in einer Erstserie von 200 Exemplaren vor, nummeriert und signiert. Besonderheiten und schöne Details zeichnen die kleine Tafellampje in zeitgemäßer LED-Technik aus. Als kleine, kostbare Skulptur bereichert sie Tisch oder Fensterbank.

Eine eigenständige Weiterentwicklung des Gropius-Sessel F51 ist der Polsterstuhl D8P von Martin Hirth: „Für den Stuhlentwurf wurden fast ausschließlich geometrische Grundformen verwendet“, sagt der Designer. Charakteristisch für das Möbel sind die Verbindungen aller Disziplinen bei Konstruktion und Herstellung, die Einbindung des Handwerks und die Rationalität bei der Verwendung von Materialien – also die grundlegenden Tugenden des Bauhauses.

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