Erfolgsgeschichte, entstanden im Kaffeehaus

Thonet Tubular Ensemble PR

Möbel von Thonet werden geschätzt als Klassiker mit Geschichte und Patina, als Design-Ikonen mit Sammlerwert oder als schöne, bequeme Sitzgelegenheiten – und sind stets auf der Höhe der Zeit.

Thonet, Werbung 1931 © Thonet
Thonet, Werbung 1931 © Thonet
Thonet, Tubular Ensemble © PR
Thonet, Tubular Ensemble © PR
Thonet, Geburtstagsedition S 533 F © Constantin Meyer
Thonet, Geburtstagsedition S 533 F © Constantin Meyer
Thonet, Stühle S 32 und S 64 © PR
Thonet, Stühle S 32 und S 64 © PR
Thonet, Tisch 1500, Design Wolfgang C.R. Mezger © PR
Thonet, Tisch 1500, Design Wolfgang C.R. Mezger © PR
Thonet, Cafe Griensteidl Wien © PR
Thonet, Cafe Griensteidl Wien © PR
Thonet, Biegerei, Fertigung Bugholzstuhl © Mirko Krizanovic
Thonet, Biegerei, Fertigung Bugholzstuhl © Mirko Krizanovic
Thonet, Produktion © Philipp Thonet
Thonet, Produktion © Philipp Thonet
Thonet, Thonet & Design, Die Neue Sammlung © PR
Thonet, Thonet & Design, Die Neue Sammlung © PR
Thonet, Holzstuhl 118, Design Sebastian Herkner © Constantin Meyer
Thonet, Holzstuhl 118, Design Sebastian Herkner © Constantin Meyer
Thonet, Holzstuhl 118, Design Sebastian Herkner © PR
Thonet, Holzstuhl 118, Design Sebastian Herkner © PR
Thonet, Holzstuhl 404, Design Stefan Diez © Philipp Thonet
Thonet, Holzstuhl 404, Design Stefan Diez © Philipp Thonet
Thonet, Beistelltische MR515, MR516, MR517 von Studio Besau Marguerre © PR
Thonet, Beistelltische MR515, MR516, MR517 von Studio Besau Marguerre © PR
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Thonet-Möbel sind überall dort zu finden, wo sich Menschen treffen, wo sie sich austauschen, kurz innehalten oder mobil arbeiten – ein vertrautes Kulturgut, das zeitlos ist und das man wertschätzt und vererbt. Die Geschichte des Unternehmens Thonet begann mit dem Werk des Kunst- und Bautischlers Michael Thonet, der 1819 seine erste Werkstatt in Boppard am Rhein eröffnete. Mit zierlichen und eleganten Stühlen, mit der Erprobung und Anwendung neuartiger Techniken der Holzverarbeitung erlangte Michael Thonet mehr als nur regionale Bekanntheit. Als der österreichische Staatskanzler Clemens Graf von Metternich auf Thonet und seine Möbel aufmerksam wurde, überzeugte er ihn, nach Wien umzuziehen. 1849 gründete Michael Thonet in Wien sein Unternehmen. Die Kaffeehauskultur Mitte des 19. Jahrhunderts verhalf dem Gründer zu seinen ersten Erfolgen. Einer der ersten Aufträge des noch jungen Unternehmens, die Möblierung des Café Daum am Kohlmarkt – einer hauptsächlich von Aristokraten und Militär frequentierten Wiener Institution – mit dem Stuhl Nr. 4, machte Thonet-Möbel von 1850 an in der ganzen Stadt bekannt. Der internationale Durchbruch gelang Michael Thonet 1859 mit dem Stuhl Nr. 14, dem sogenannten Wiener Kaffeehausstuhl: Die grandiose Leistung Thonets bestand in einem Verfahren, Buchenholzstäbe unter Dampfeinwirkung und Druck in geschwungene Formen zu biegen – ein Verfahren, das sich bestens für die Serienproduktion eignete. Durch die neuartige Technologie konnte erstmals ein Stuhl beinahe industriell hergestellt werden. Neu war auch, dass die Einzelteile nicht mehr verleimt, sondern geschraubt wurden. Dadurch ließen sich die Stühle zerlegt verschicken. In eine Kiste mit einem Volumen von einem Kubikmeter passten 36 Stühle des Modells Nr. 14.

Aus den von ihm entwickelten neuen technologischen und produktionstechnischen Möglichkeiten schuf Thonet sein fundamental modernes Formenrepertoire. Nahezu jährlich erschienen umfangreiche Kataloge. Thonet exportierte in alle Welt. Bis zum Ersten Weltkrieg kamen über 1400 verschiedene Modelle auf den Markt. Trotz der Fülle an Modellen besaßen viele Möbel standardisierte Elemente; Typisierung und Serienproduktion erlaubten erschwingliche Preise. Das Konzept war überaus erfolgreich – der berühmte „Konsumsessel“ Nr. 14 wurde bis 1910 über 50 Millionen Mal verkauft.

Mit dem Aufkommen der Stahlrohrmöbel Ende der Zwanzigerjahre ging die Vorherrschaft der Bugholzmöbel zunächst zu Ende, aber Thonet konnte auch in diesem neuen Bereich wieder erfolgreich produzieren. In den 1930er-Jahren war das Unternehmen der weltweit größte Produzent von Stahlrohrmöbeln, die unter anderen von den berühmten Bauhäuslern wie Ludwig Mies van der Rohe oder Marcel Breuer stammten. Diese Möbel stehen für eine Abkehr vom Dekor, für eine schmucklose Formensprache, deren Klarheit die Zweckmäßigkeit des Objektes betont, für eine neue Zeit und eine Haltung, die die Gesellschaft positiv verändern wollte.

Designer wie Eddie Harlis und Verner Panton oder in der jüngeren Zeit die Entwürfe von Norman Foster, Konstantin Grcic, Stefan Diez oder Sebastian Herkner (Stuhl 118) entwickeln die Thonet-Kollektion kontinuierlich weiter. Immer wieder werden auch Materialien, Oberflächen oder Farben von Klassikern der Moderne neu interpretiert, wie jüngst etwa beim Beistelltisch MR 515 durch das Studio Besau Marguerre aus Hamburg. Um 1928 entwarf Ludwig Mies van der Rohe diesen Klassiker, der sich in Thonet-Stahlrohrmöbel-Katalogen der damaligen Zeit findet. Nah an den Details des Originalentwurfs, aktualisiert das Designer-Duo Eva Marguerre und Marcel Besau das Möbel mit technischer Raffinesse der zentral gekreuzten Tischbeine, einem optionalen zweiten Boden sowie einem ausgeklügelten Farbkonzept. In Chrom/Glas und All Black/Matt und verschiedenen Maßen zeigt Studio Besau Marguerre gleich mehrere Interpretationsmöglichkeiten der Beistelltische auf.

Anlässlich des 200-jährigen Bestehens des Unternehmens Thonet hat Die Neue Sammlung – The Design Museum in München den Produktdesigner Steffen Kehrle eingeladen, in einer Neuinszenierung eine Ausstellung von Thonet-Möbeln zu entwickeln. Mit rund 400 Objekten besitzt die Neue Sammlung eine der weltweit größten und bedeutendsten Sammlungen von Thonet-Möbeln, die damit nicht nur die Entwicklung von Sitzmöbeln spiegeln, sondern vor allem auch ein wichtiges Kapitel europäischer Unternehmensgeschichte repräsentieren.
Die Ausstellung ist noch bis 2. Februar 2020 zu sehen.

Hock dich hin
Die Wiederkehr der Bohème!

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